Sternchennoten berechnen: ESA, MSA und AHR in KlassenPilot

An der Gemeinschaftsschule lernen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Zielen in einer Lerngruppe. Die Sternchen stehen für das Anforderungsniveau einer Arbeit:

  • ESA – Erster allgemeinbildender Schulabschluss
  • MSA – Mittlerer Schulabschluss
  • AHR – Allgemeine Hochschulreife

Alle schreiben dieselbe Arbeit, jede und jeder auf dem selbst gewählten Niveau. Für die Fachnote braucht es trotzdem ein gemeinsames Niveau je Schülerin oder Schüler. KlassenPilot ermittelt dieses Ankerniveau für jedes Halbjahr und rechnet alle Noten darauf um. Hier steht die Regel – und ein Beispiel, das du Schritt für Schritt nachrechnen kannst.

KlassenPilot ist die Notenverwaltung von Herr Digital für Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein. Einen Überblick zur Organisation deiner Noten findest du im Praxisleitfaden für ESA, MSA und AHR.

Direkt zum Beispiel

Nicht jede Leistung trägt ein Sternchen

Differenziert sind Leistungen, die auf einem gewählten Niveau entstehen: Lernnachweise und Tests mit Sternchen. Sie zählen für die Note und bestimmen das Niveau. Leistungen ohne Sternchen, etwa Mitarbeit, tragen nur eine Note. Sie zählen ganz normal für die Fachnote, haben auf das Leistungsniveau aber keinen Einfluss. Ein Fach kann auch ganz ohne Sternchen geführt werden, zum Beispiel Sport.

Differenzierte und nicht differenzierte Leistungen im Vergleich
Merkmal Differenziert Nicht differenziert
Beispiele Lernnachweise und Tests mit ESA-Niveau, MSA-Niveau oder AHR-Niveau Mitarbeit, auch aus dem Unterrichtsmodus; alle Leistungen ohne Sternchen
Zählt für die Note ja ja
Zählt für das Niveau ja nein

So rechnet KlassenPilot

Die folgende Regel ist eine Entscheidung im Programm KlassenPilot, keine amtliche Vorgabe. Sie gilt für jedes Halbjahr getrennt.

  1. Datenbasis

    Je Halbjahr gibt es ein Ankerniveau. Grundlage sind alle differenzierten Leistungen dieses Halbjahres, also Lernnachweise und Tests mit Niveau. Leistungen ohne Sternchen, etwa Mitarbeit, tragen kein Niveau.

  2. Gewichtete Mehrheit

    Jede Rubrik bringt ihr Gewicht genau einmal ein – Bereichsgewicht mal Rubrikgewicht – und verteilt es auf die Niveaus ihrer Leistungen. Die Zahl der Leistungen in einer Rubrik ändert ihr Gewicht nicht: 20 Vokabeltests wiegen zusammen so viel wie ein Lernnachweis. Liegen zwei Niveaus gleichauf, gilt das höhere; liegen alle drei gleichauf, gilt MSA. Das Ergebnis ist der vorläufige Anker.

  3. Stabilitätszone

    Jetzt wird gezählt, nicht gewichtet. Die Zone ist aktiv, wenn es ein höheres Niveau gibt, mindestens vier differenzierte Leistungen vorliegen und auf dem vorläufigen Niveau höchstens eine Leistung mehr liegt als auf dem nächsthöheren.

  4. Kompetenznachweis

    Ist die Zone aktiv, gilt das höhere Niveau, wenn dort mindestens zwei Leistungen liegen und ihr Durchschnitt 4,0 oder besser ist. Sonst bleibt der vorläufige Anker.

  5. Umrechnung

    Steht der Anker, wird jede Leistung auf ihn umgerechnet. Auf Ankerniveau bleibt die Note, wie sie ist. Eine Arbeit über dem Anker war schwerer: Sie wird je Niveaustufe eine Notenstufe besser. Eine Arbeit unter dem Anker war leichter: Sie wird je Niveaustufe eine Notenstufe schlechter. Gekappt wird dabei nicht.

  6. Fachnote

    Die umgerechneten Noten laufen über die Gewichte von Rubriken und Bereichen zur Fachnote. Erst die fertige Fachnote wird auf 1 bis 6 begrenzt.

Ein Beispiel, Schritt für Schritt

Englisch im 1. Halbjahr: zehn Leistungen mit Sternchen und zwei Mitarbeitsnoten einer Beispielschülerin. Die Zahlen sind fest vorgegeben; du gehst die fünf Schritte vor und zurück.

Schritt 1 von 5: Eingaben

  1. Eingaben

    Das Fach hat zwei Bereiche. Schriftlich zählt 40 % und besteht nur aus den Lernnachweisen. Mündlich zählt 60 % und teilt sich in Mitarbeit und Tests.

    Rubriken, Gewichte und Leistungen des Beispiels
    Rubrik Bereich Anteil am Bereich Leistungen (Note und Niveau)
    Lernnachweise
    Schriftlich 40 %
    100 %
    • Note 2, Niveau AHR
    • Note 3, Niveau AHR
    • Note 3, Niveau MSA
    • Note 4, Niveau MSA
    Tests
    Mündlich 60 %
    20 %
    • Note 4, Niveau MSA
    • Note 5, Niveau MSA
    • Note 3, Niveau ESA
    • Note 4, Niveau ESA
    • Note 6, Niveau ESA
    • Note 1, Niveau AHR
    Mitarbeit
    Mündlich 60 %
    80 %
    • Note 2,7, ohne Niveau
    • Note 3,3, ohne Niveau
    ohne Niveau
    • ESA
    • MSA
    • AHR
  2. Stimmgewichte: vorläufig MSA

    Jede Rubrik verteilt ihr Gewicht auf die Niveaus ihrer Leistungen. Die Lernnachweise bringen 0,40 ein (40 % × 100 %): zwei liegen auf AHR, zwei auf MSA, also je 0,20. Die Tests bringen 0,12 ein (60 % × 20 %), verteilt auf sechs Leistungen. Die Mitarbeit hat im Beispiel kein Sternchen und stimmt nicht mit.

    Stimmgewichte je Rubrik und Niveau
    Rubrik und Gewicht ESA MSA AHR
    Lernnachweise 0,40 = 0,40 × 1,00 –0,200,20
    Tests 0,12 = 0,60 × 0,20 0,060,040,02
    Stimmgewicht 0,060,240,22
    • ESA 11,5 %
    • MSA 46,2 %
    • AHR 42,3 %

    Ergebnis: vorläufig MSA

  3. Stabilitätszone und Kompetenznachweis: Anker AHR

    Jetzt zählt die Anzahl. MSA liegt mit vier Leistungen nur eine Leistung vor AHR, und es gibt mehr als vier differenzierte Leistungen. Die Stabilitätszone ist also aktiv. Auf AHR liegen drei Leistungen mit dem Durchschnitt 2,0. Damit ist der Kompetenznachweis erfüllt.

    • Stabilitätszone aktiv

      10 differenzierte Leistungen (mindestens 4):

      • ESA 3
      • MSA 4
      • AHR 3

      Auf MSA liegen 4, auf AHR 3 Leistungen: ein Unterschied von 1 (höchstens 1).

    • Kompetenznachweis erfüllt

      3 Leistungen auf AHR (mindestens 2), Noten 2, 3, 1, Ø 2,0 (höchstens 4,0).

    Ergebnis: Anker (AHR)

  4. Umrechnung auf AHR

    Leistungen auf AHR bleiben, wie sie sind. MSA liegt eine Stufe unter dem Anker: Die Note wird um 1 schlechter. ESA liegt zwei Stufen darunter: um 2 schlechter. Die 6ESA wird so zur 8 – bei der Umrechnung wird nicht gekappt. Die Mitarbeit hat im Beispiel kein Sternchen und bleibt unverändert.

    Schriftlich · Lernnachweise Durchschnitt 3,500

    • Note 2, Niveau AHR wird 2 auf dem Anker
    • Note 3, Niveau AHR wird 3 auf dem Anker
    • Note 3, Niveau MSA wird 4 +1 Stufe
    • Note 4, Niveau MSA wird 5 +1 Stufe

    Mündlich · Tests Durchschnitt 5,167

    • Note 4, Niveau MSA wird 5 +1 Stufe
    • Note 5, Niveau MSA wird 6 +1 Stufe
    • Note 3, Niveau ESA wird 5 +2 Stufen
    • Note 4, Niveau ESA wird 6 +2 Stufen
    • Note 6, Niveau ESA wird 8 +2 Stufen
    • Note 1, Niveau AHR wird 1 auf dem Anker

    Mündlich · Mitarbeit Durchschnitt 3,000

    • Note 2,7, ohne Niveau wird 2,7 ohne Niveau
    • Note 3,3, ohne Niveau wird 3,3 ohne Niveau

    Die 8 bleibt stehen, die Umrechnung wird nicht begrenzt. Nur die fertige Fachnote liegt immer zwischen 1 und 6.

  5. Gewichtung zur Fachnote: 3 AHR

    Jetzt greifen die Gewichte. Mündlich setzt sich aus Mitarbeit und Tests zusammen, Schriftlich besteht nur aus den Lernnachweisen. Die Fachnote 3,46 liegt im Bereich 1 bis 6 und wird nicht begrenzt. Angezeigt wird 3 AHR.

    Schriftlich
    Lernnachweise 3,500 × 1,00 = 3,500
    Mündlich
    Mitarbeit 3,000 × 0,80 + Tests 5,167 × 0,20 = 3,433
    Fachnote
    Schriftlich 3,500 × 0,40 + Mündlich 3,433 × 0,60 = 3,46

    3,46 wird angezeigt als Note 3, Niveau AHR

Was dieses Beispiel zeigt

Das Beispiel rechnet die Regel durch, wie sie in KlassenPilot umgesetzt ist. Es ist keine Landesvorgabe. KlassenPilot erstellt transparente Vorschläge mit sichtbarem Rechenweg. Die endgültige pädagogische Entscheidung bleibt bei der Lehrkraft und den zuständigen schulischen Gremien. Halbjahres- und Ganzjahresnoten kannst du mit Begründung und Datum manuell festlegen. Im Programm findest du dieselbe Art Rechnung für jede Schülerin und jeden Schüler unter „Wie wird die Note berechnet?“.

Rechenweg der Note: vom Ankerniveau über die Bereiche bis zur Fachnote
Kopfzeile der Schülerin „Hoffmann, Jana“ (Klasse 7a Demo, Fach Englisch) mit drei Kacheln: Endnote 1. Halbjahr 2, Niveau AHR, „berechnet (Vorschlag)“; Endnote 2. Halbjahr ohne Wert; Ganzjahresnote 2, Niveau AHR. Darunter der aufgeklappte Bereich „Wie wird die Note berechnet?“ mit dem Rechenweg des 1. Halbjahrs (Ankerniveau AHR, Bereich-Durchschnitte 2,00 und 3,00, „Fachnote = (2,00×60 % + 3,00×40 %) ÷ 100 % = 2,40“).

Rechenweg der Note: vom Ankerniveau über die Bereiche bis zur Fachnote

Die Demo-Schülerin im Bild hat andere Zahlen als das Beispiel oben.

Vom Halbjahr zum Schuljahr

Das Niveau wird für jedes Halbjahr getrennt ermittelt. Bleibt es gleich, schlägt KlassenPilot die Ganzjahresnote aus beiden Halbjahren zu gleichen Teilen vor. Wechselt das Niveau zwischen den Halbjahren, ist die Ganzjahresnote ein Vorschlag: Du legst Note und Niveau selbst fest, über „Niveauwechsel – festlegen“. Das Niveau der Ganzjahresnote kommt also nicht pauschal aus dem 2. Halbjahr.

Fragen zum Verfahren

Ist das die offizielle Rechenregel des Landes?

Nein. Das Verfahren ist eine Entscheidung im Programm KlassenPilot, keine bestätigte Landesvorgabe. Es ist so gebaut, dass du jeden Schritt nachvollziehen kannst. Welche Note gilt, entscheiden Lehrkraft und Gremien; jede berechnete Note lässt sich überschreiben.

Zählt die Mitarbeit für das Niveau?

Nur, wenn die Leistung ein Sternchen trägt. Leistungen ohne Sternchen, etwa Mitarbeit, tragen nur eine Note. Sie zählen ganz normal für die Fachnote, haben auf das Leistungsniveau aber keinen Einfluss. Das gilt auch für Mitarbeitsnoten aus dem Unterrichtsmodus im Sitzplan.

Warum steht im Beispiel eine 8?

Bei der Umrechnung kappt KlassenPilot nicht. Eine 6 auf ESA liegt zwei Niveaustufen unter dem Anker AHR und wird deshalb zur 8. Begrenzt wird erst die fertige Fachnote, auf den Bereich 1 bis 6. So bleibt der Abstand zwischen den Leistungen beim Umrechnen erhalten.

Was gilt bei Gleichstand?

Liegen zwei Niveaus gleichauf, gilt das höhere; liegen alle drei gleichauf, gilt MSA (MSA) als vorläufiger Anker. Danach folgen wie immer Stabilitätszone und Kompetenznachweis.